Snowden-Effekt und nationale Sicherheit: Ziel erreicht

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Vor drei Jahren hat sich Edward Snowden aus den USA abgesetzt, um die Welt über die seiner Meinung illegalen Lauschaktivitäten der NSA und den mit dieser zusammenarbeitenden Geheimdiensten zu informieren. Seitdem sitzt Snowden ausgerechnet in Moskau fest, die USA haben ihn u.a. der Spionage angeklagt und vergeblich versucht, ihn abzufangen, wie gerade erst wieder offenbar wurde.

In den USA ist nach den Enthüllungen zwar auch einiges in Bewegung geraten. Die Geheimdienste wurden aber nicht wirklich eingeschränkt und kämpfen derzeit darum, Hintertüren zu Verschlüsselungsprogrammen zu erhalten oder diese gleich zu unterbinden. Man würde, so warnen sie, Terroristen und Kriminellen erlauben, in einem schwarzen Raum unterzutauchen, den die Geheimdienste nicht erhellen können.

Sören Preibusch hat untersucht, welche Folgen die Enthüllungen für die Amerikaner in der Zeit zwischen Mai 2013 und Januar 2014 hatte. Dabei ging es nicht nur um das Interesse auch an Datenschutz durch Eingabe von Suchbegriffen, sondern auch um möglicherweise verändertes Verhalten, also ob die Internetnutzer mehr zum Selbstschutz greifen, indem sie beispielsweise ihre Mail verschlüsseln. Sein Fazit:

Das Interesse der Internetbenutzer wuchs nach der PRISM-Enthüllung, aber kehrte auf das ursprüngliche Niveau zurück oder fiel sogar noch tiefer, obgleich die Medien kontinuierlich weiter darüber berichteten.

Es kommt natürlich immer darauf an, wie man frägt, um bestimmte Antworten zu erhalten.

Interessanterweise sind die Menschen aus den unteren sozialen Schichten negativer gegenüber dem Datensammeln eingestellt, während ab der reicheren Mittelschicht nur noch wenig Bedenken vorherrschen.

Die Ärmeren haben wohl eher erfahren, welche Folgen es haben kann, wenn Banken oder Behörden Zugriff auf persönlichen Daten haben können. Die Alten haben auch weniger Probleme mit dem Datenschutz im Internet, wahrscheinlich aufgrund geringer Kenntnis und Nutzung. Auffällig aber ist, dass unter den Baby Boomern, also zwischen den 1946 und 1964 geborenen Amerikanern, mit 61 Prozent die Ablehnung am höchsten ist, bei den nachfolgenden Generationen hat nur noch die Hälfte eine negative Einstellung gegen das Sammeln persönlicher Daten.

Erstaunlich ist hingegen, dass die Bereitschaft, die Überwachung auszubauen, unter den schwarzen Amerikanern am höchsten ist. Nur 9 Prozent wollen keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen.

(Quelle: heise)

 

 

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