Ist der Chaos Computer Club (CCC) gestorben?

tux-161365_1280

Seit 2014 steht der führende deutsche Hackerclub ohne sein Vereins-Organ “Datenschleuder” da.

Auf der Original Vereinswebseite kann man seit November 2014 lesen:
Lange war es ruhig um die Datenschleuder. Fast schon zu lange. Daher freuen wir uns umso mehr, dass die Ausgabe 97 fertig gedruckt und auf dem Weg zu den Mitgliedern und Abonnenten ist. Wie üblich können Abonnements und Einzelausgaben direkt beim CCC erworben werden.

Da es aber ein Hackerclub ist, kann man sich gut vorstellen, dass er auch ohne Organ* leben kann. An seinem grössten Event im Dezember 2016 kamen über 12‘000 Leute mit der Hoffnung viel Neues aus der Computerwelt zu Erfahren.

Einige Redner kommen aus den Netzpolitik.org und hoffen damit etwas Geld in den die ebenfalls, diesmal aus Geldmangel, langsam absterbende Plattform für digitale Freiheitsrechte zu ergattern.

Am Kongress 2016 (33C3) mit dem Motto „work for me“ fehlte diesmal Jacob Appelbaum. Er war der TOR-Sprecher. TOR ist ein vom US-Militär erschaffenes Netz das auch für Zivilpersonen benutzt werden kann. Die Zivilisten sind dann quasi das Schutzschild der Militärs. Ob das die Macher vom Hackerkongress gemerkt haben und das Motto dann in CCC „works für NSA and co.“ hätten ändern müssen?

Aber vermisst wurde er nicht. Seine Fotos der von der NSA verwanzten Computern sind durch die Staatstrojaner ja nun nutzlos geworden.

Um das Jahr 1984 herum gab es noch den legendären BTX-Hack des CCC im ZDF heute journal.
https://www.youtube.com/watch?v=TOflxejp4Z4

Und 2016? Da erzählt eine Journalistin von NDR/ARD wie man sich selbst eine NSA bauen kann. Ganz nach dem Motto: Die NSA ist nur so fest böse wie Google und die vielen kleinen eifrigen Datensammler auch böse sind. Und die Privatsammler saugen sogar Daten der Polizei mit ein.
https://media.ccc.de/v/33c3-8034-build_your_own_nsa#video&t=3417

Der Vortrag plätschert so dahin und man fühlt sich immer mehr nackt im Internet. Man ist durch die selbst generierten Datenspuren überall angreifbar. Es gibt dann sicher digitale Beweise die gegen mich verwendet werden.

In der Fragerunde kommt dann die unausweichliche Frage aus dem Publikum:
Wie kann ich mich dagegen schützen? Wo noch 1984 der Hackerclub bei der Aufdeckung des Softwarefehlers der Post hoch gelobt wurde und sofort auf eine Lösung des Problems gepocht wurde, da ist 2016 nur noch die Aussage: da kann man nichts machen. Ausser halt kein Internet nutzen.
Das hätte auch 1984 beim BTX geklappt. :-)

Die Journalistin von NDR/ARD wollte auch nicht sagen was die Datenquelle war.

Aber, und das ist nun wirklich eine Neuheit:
Es ist in Deutschland verboten!
Aber es hat halt noch niemand geklagt. Obwohl sogar Strafrechtlich verfolgbar (=der Staat müsste was tun) passiert nichts.

Da haben es Fake-News viel besser. Da wird geklagt und politischer Wirbel darum gemacht.

Netzneutralität (=Meinungsfreiheit) und Privtaspäre (das was da eben verkauft wurde) werden für die Fake-News geopfert.

Der CCC ist vom Mutmacher für neue Technologieen zum Angstmacher mutiert. Eventuell ist der CCC nicht tot, sondern ein Untoter (Zombie*).

Recent Posts

Kommentare sind geschlossen.